|
 Guglielmo di Volpiano |
Deswegen wurden die Befestigungen gebaut oder verstärkt. Viele
Schlösser oder Türmer wurden sicherlich von den Langobarden gebaut, die die vorherigen
römischen Befestigungen restaurierten oder vergrößerten. So hat man der Burg von
Vogogna in Ossola Tal, das Schloß auf der Insel S. Julius, das eine Erweiterung des
Schlosses des Bischofs Onorato ist, den berühmten römischen Turm von Buccione und ein
Schloß auf den berg Mesma... 590 ließ der langobardischen König Agilulfo den
Inselherzog Mimulfo wegen Verrat enthaupten: Mimulfo hatte nämlich sich den Franken
werkauft, um sich dem sicheren Tod zu entziehen. Als Folge konnten die Franken, die von
Chidelberto geführt waren, nach Italien durch die Gebirge ankommen. Im Jahre 1697 wurde
in einem Sarkophag aus weißen Marmor ein Skelett ohne Haupt gefunden... Von den
folgenden drei Jahrhunderten hat man keine Nachrichten. Aber während der zweiten Hälfte
des IX Jhds.lehnten sich die Lehnsherren infolge des Zusammenbruchs des karolingischen
Reichs auf. Nach der Teilung des |
fränkischen Reichs wegen des Zusammensturzes der karolingischen
Dynastie, versuchten viele italienische und ausländische Lehnsherren die Eisenkrone,
Symbol der Macht der alten langobardischen Könige, zu erwerben. In dieser Periode
gewannen
| die Bischöfe Macht und Gewalt, indem sie den Zusammenbruch
des Reiches nutzten, um das Machtvakuum zu füllen, und indem sie die Zwisten unter
denThronprätendenten ausnutzten. Auf diese Weise gelang es ihnen, ihre zeitliche Macht zu
stärken und Immunitäten, Privilegen und Schenkungen zu erhalten. 950 kämpfte
Berengario II mit seinem SohnAdalberto gegen die Bischöfe der Kirche. 957 kämpfte
nochmals Berengario |

Basilika S. Julius, Marmorsarkophag |
gegen Otto I für den italienischen Thron auf der Insel S.
Julius, wo er sich mit seinem Sohn eingeschlossen hatte und von Litolfo, dem Sohn von Otto
I, für zwei Monate belagert wurde. 962 gewann Otto I Berengario, der seine Zuflucht im
Burg S. Leo im Herzogtum von Spoleto nahm. Auf der Insel kam die Königin Willa mit den
Schätzen des Königspalates von Pavia und ließ mehrere Befestigungen bauen. Nach einer
langen Belagerung ergab sie sich und Otto erlaubte ihr, ihr Mann zu erreichen. Am 29.
 |
Die Uberreste des Zenotaphs von S. Julius |
Juli 962 gab Otto dem Episkopat von Novara die Insel durch ein
Diplom zurück und schenkte dem Kapitel der Basilika mehrere Geldbestände und Privilegen.
Dieses Diplom ist die erste Urkunde, die die Bischofsherschaft auf der Riviera und auf der
Insel S. Julius beweist. Diese Herrschaft lastete bis das Ende del XVIII Jhds. Die Figur
des Bischofs, erreicht die Insel und trug del Kultur des Ortes bei. Die Riviera war
unabhängig, sie hatte die eigenen Statuten und Sitten, sie war eine Art
"Republik", die von den Bischöfen geschützt war. Sie übten die legislative
und die gerichtiliche Macht, während die bürgerliche Macht von einem Statthalter geübt
war. Er fungierte als Militärkommandant und als Amtsrichter und wohnte auf der Insel. Als
Amtsrichter sprach er Recht im "Rathaus" der Riviera, das im Zentrum von Orta
ist. Hier trat der Rat, d.h. die Abgeordneten der Dörfer des Bischofslehns zur Beratung
zusammen. Der Bischof von Novara war der Fürst von Orta und S. Julius; da er aber keine
militärischen Rangabzeichen haben konnte, mußte er den kaiserlichen Schutz ennehmen und
sich auf die Dankbarkeit seiner Untertanen verlassen. Solche Regierung war Kraft auch mit
den anderen Herren von Cusio: die Visconti, die Sforza, Spanien, Österreich und Savoyen.
Erst im Jahre 1767 schloß der Bischof Bertone mit Carlo Emanuele III von
 |
Savoyen einen Vertrag, mit dem dem Bischof erlaubt wurde, die
zeitliche Macht weiter auszuüben und Fürst von Orta und S. Julius weiter zu sein, auch
wenn der König und seine Nachfolger Privilegen nach der Abschaffung der Bischofsmacht auf
der Insel, die im Jahre 1817 genehmigt wurde. Nach der Französischen Revolution, im Jahre
1798, legte Carlo Emanuele IV die Krone nieder und er zog sich in Sardinien zurück. Das
Land von Cusio wurde von den Franzosen und dann von den Österreichern besetzt;
während des Reiches von Napoleon traten Orta und Omegna 1805 in die Präfektur von Arona
ein; nach dem Zusammenbruch von Napoleon, wegen des Mangels an einem Bischof in Novara und
infolge der liberalen Ideen der Zeit dachten die Minister von Vittorio Emanuele I 1814,
die Bischofsherrschaft auf der Riviera völlig abzuschaffen. Am 18. Juli 1817 wurde der
endgültige |
Vertrag unterschrieben und später vom Papst Pio VII gebilligt.
Auf diese Weise verzichtete der Bischof auf die Herrschaft auf der Riviera und auf seine
feudalen und gerichtlichen Rechten zu Gunsten des Königs Vittorio Emanuele I, aber er
hielt den Titel von Fürsten von Orta und S. Julius und wurde auch Marchese von Vespolate.
Nach zehn Jahrhunderten hatte auf diese Weise die Bischofsherrschaft auf der
Riviera ihr Ende gefunden und die Einwohner dieser Region traten in Italien, bzw. in die
Provinz von Novara, ein. Um 1850 wurde ein eindrucksvolles Gebäude gebaut, die heute ein
Seminar ist, wo das Schloß war, das 1842 vom Bischof Morazzo abgerissen wurde. So hatte
er das alte und bedeutsamen Symbol der Unabhängigkeit der Insel S. Julius und auch die
letzte Spur einer mächtigen Vergangenheit ausgelöscht und der Insel ein religiöses
Ausehen gegeben. Inzwischen baute man Villen und Gärten anstatt der Fischer-und
Handwerkerhäuser des XI Jhds. Nach der Abreise der Seminaristen begann der Insel unter
einen Müdigkeit, einer Traurigkeit und eines süßen Altwerdens zu leiden; mit der Hebung
von Orta verschwand das Leben von der Insel. Dieses Gebäude ist heute ein Teil des
benediktinischen Klosters die im Jahre 1973 gegründet wurde. Die Geschichte dieser Insel
ist vor allem durch den religiösen Reiz, den die sagenhaften Figur des Heiligen auf die
Wallfahrer ausübt, und durch den Zauber des Ortes voller angelehnter Häuser und mit
einer einzigen Straße gekennzeichnet. |